Hexen-Artikel

Bamberger Gerichtsordnung

Wie aus den bisherigen Artikeln zur Hexenverfolgung zu erfahren war, oblag die strafrechtliche Behandlung der als Hexen angeklagten Personen einem weltlichen Gericht. Infrage kamen die vor Ort befugten Gerichte. Die Amtshauptmannschaft Kronach besaß im 16. und 17. Jahrhundert die sogenannte Hohe und Niedere Gerichtsbarkeit. Während die Hohe Gerichtsbarkeit für Vergehen zuständig war, die Strafen an „Hals und Hand“ nach sich zogen, waren es bei der Niederen Gerichtsbarkeit, die sich in der Regel mit Streitigkeiten in Zivilangelegenheiten befasste, die Strafen an „Haut und Haar“.

Zweimal stand die Hexenverfolgung auf dem Programm der Informationsfahrt des Vereins „1000-Jahre-Kronach-eV“. Einmal in Zeil a. M. und einmal in Iphofen. Zwei Orte, die die Thematik der Hexenverfolgung in unterschiedlicher Weise darboten, den Teilnehmern der Fahrt aber jeweils interessante Einblicke in die verschiedenartigen Konzeptionen verschafften.

„Der Fränkische Tag führte anlässlich der Kooperations-Veranstaltung des Vereins „1000-Jahre-Kronach-eV“ und dem Freundeskreis der Akademie Tutzing zum bevorstehenden Vortrag Hexenverfolgung ein Inteview mit Kai Lehmann, Direktor der Museen im Zweckverband Kultur des Landkreises Schmalkalden-Meiningen, durch.

Hexenverbrennungen stellen ein dunkles Kapitel unserer Geschichte dar.Der Historiker Kai Lehmann will das Bewusstsein für dieses Unrecht auch in Kronach schärfen.

Frauen mit krummen Nasen auf fliegenden Besen. Schwarze Katzen als Unglücksboten. Die Kirche als treibende Kraft einer Hetzjagd. Kaum ein Kapitel der deutschen Geschichte ist derart mit Klischees behaftet wie die Hexenverfolgung. Damit möchte der promovierte Historiker Kai Lehmann aufräumen. Am heutigen Dienstag wird er in einem Vortrag als Gast des Vereins „1000 Jahre Kronach“ in der Cranach-Stadt seine Zuhörer aus verschiedenen Blickwinkeln mit diesem heiklen Thema konfrontieren.

Update: Das Programm der Exkursion

Das Hexenthema ist momentan in vielen Medien präsent. Ausstellungen, Seminare, Vorträge und eine Vielzahl von Veröffentlichungen nehmen sich dieser Thematik an. Auch die Stadt Kronach hat im Hexenturm einige Schautafeln platziert, die sich überwiegend mit der Hexenjagd im Hochstift Bamberg befassen. Der Verein „1000-Jahre-Kronach-eV“ publizierte auf seiner Webseite einige Artikel speziell zur Hexenverfolgung in Kronach, besonders in den Jahren 1611/12. Über allem steht zudem die Frage, ob es sinnvoll und notwendig ist, eine Rehabilitation der Frauen und Männer vorzunehmen, die durch die Hexenprozesse zu Unrecht ums Leben gekommen sind. Andere Städte und Regionen haben dies bereits getan, u.a. auch die Lutherstadt Wittenberg, durch die wir über Lucas Cranach d. Ä. partnerschaftlich verbunden sind.

Wenn am Samstag, dem 19.07. der Ratsherrenzug um ca. 20.00 Uhr am Aparthotel in Steinwiesen eintrifft und ein Kanonenschuss der Artillerie des Fränkischen Reichskreises das Ankommen verkündet, dann wird sich die Pottu-Theatergruppe bereit machen, um vor Ort mit einem kleinen Theaterstück an die Zeit der Hexenverfolgungen zu erinnern. Denn auch Steinwiesen ist von diesem dunklen Kapitel der Geschichte nicht verschont geblieben. Vier Frauen und ein Mann wurden 1612/1613 vom Kronacher Stadtvogt im Auftrag der Malefizkommission der Hexerei bezichtigt, als auch im Hochstift Bamberg die Jagd auf Hexen begann.

Ist die Hexenverfolgung nur ein katholisches Thema? Fanden in protestantischen Gebieten des 16. und 17. Jahrhunderts keine Hexenverfolgungen statt? War Martin Luther ein ausgewiesener Gegner der Hexenjäger und der Hexenverbrennungen?

Die Antworten sind eindeutig: Weder blieben in protestantischen Gebieten Frauen von der Hexenanklage verschont noch hat sich Martin Luther zeit seines Lebens in eindeutiger Weise von den Hexenverfolgungen distanziert. Nein, er sah seinen Standpunkt zu den Hexen in theologischer Weise begründet. Die Aussage des Alten Testaments im 2. Buch Moses, 22,17 „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“ hatte für ihn Gültigkeit.

Vom früheren Kreisheimatpfleger Willi Schreiber sind viele heimatkundliche Beiträge über den Frankenwald bekannt. Seine besondere Liebe galt aber den Flößern, deren Brauchtum und Geschichte, denen er sich in besonderer Weise verbunden fühlte. Weniger bekannt sein dürfte seine Abhandlung über „Das Hexenwesen im Frankenwald“, die maschinenschriftlich in einfacher Klebebindung in der Kreisbibliothek archiviert ist.

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