So lautete das Motto einer Informationsveranstaltung, die unser Verein im Pavillon der Sparkasse Kronach angeboten hatte. Vorsitzender Manfred Raum freute sich als Referenten Dipl. Ing. FH Michael Müller vorstellen zu können, der Kronach bei Nacht sehr gut kenne, weil er seit Jahren bei Kronach leuchtet mitwirke. Wegen einer Erkrankung sei die schon im letzten Jahr geplante Veranstaltung erst jetzt möglich geworden.

Kronach leuchtet sei ein Event für wenige Tage im Jahr, es komme aber auch darauf an, eine Stadt das ganze Jahr über und bestens zu illuminieren.

Michael MüllerDer Referent Dipl. Ing. FH Michael Müller (Foto Manfred Raum)
Darüber sei aber noch viel Information nötig. Mit faszinierenden Bildern und vor allem überzeugenden Argumenten begeisterte Müller die Besucher, wofür er zum Einstieg auf eine Vielzahl von Fotos von Kronach leuchtet bzw. von Licht-Events in anderen Städten zurückgriff. In der Presse wurde dies (auszugsweise) so geschildert: „Um seine Zuhörer für das Thema zu sensibilisieren, nannte Müller unter anderem die Vorteile temporärer Beleuchtung. Er plädierte für eine Ausleuchtung von Wahrzeichen, Straßen und Wegen, Gebäuden, der Natur und unterschiedlicher Details. Man müsse bestimmte Elemente aus der Dunkelheit herauskitzeln. Allerdings helfe viel nicht immer viel. Es reiche, wenn man jedes zweite Haus beleuchte, kam es in trockenem Humor, aber ernst gemeint. Kontrast sei vor allem wichtig, und dass man mit Licht und Schatten spiele. Dazu klettern er und seine Studenten auch schon mal auf Dächer und schaffen klare Konzepte. Seine Bilder an diesem Abend zeigten aber auch, wie man es nicht machen sollte. Die Billigvarianten so mancher Stadtoberhäupter fielen da mit Pauken und Trompeten durch.

Und Michael Müller stellte ganz klare Regeln für eine gute Beleuchtung auf. Unter anderem zählten dazu auch die Lichtart, wie beispielsweise direkt, indirekt oder diffus. Auch die Farbe sei immens wichtig. Er zeigte den Unterschied zwischen kaltweiß, neutralweiß und warmweiß. Dann müsse man auch die Lichtstärke, die Richtung und die Materialität beachten. Eine Betonung von Licht- und Sichtachsen und das Spiel mit dem Schatten verdeutlichte er ebenfalls an Beispielen wie Kirchen, Parks und Fachwerkhäusern. Noch ganz unter dem Eindruck dieses Szenarios tauchte auf der Leinwand plötzlich ein quietschbuntes Spielzeugauto auf. Es diente sozusagen als abschreckendes Beispiel: Ich provoziere jetzt ein bisschen, denn an Farben kann man sich sehr schnell sattsehen. Farbe ist immer subjektiv, so Müller. Er plädierte für Ruhepunkte, für weißes Licht auf Wegen und dafür, dass man farbiges Licht in Maßen einsetzen sollte. Wir wollen doch keinen Las Vegas-Effekt, war sein Fazit.“ (Maria Löffler).

Eine lebhafte Diskussion schloß sich an, wobei vor allem die neue Beleuchtung der Festung Rosenberg thematisiert und stark kritisiert wurde. Müller erklärte in diesem Zusammenhang, dass immer eine fachmännische Planung der Illumination wünschenswert und notwendig sei, einfach nur ein paar Lampen aufzustellen sei heute nicht mehr sinnvoll, es könne mit moderner Technik ein viel besseres Ergebnis erzielt werden. Außerdem teilte er mit, dass er in diesem Jahr bei Kronach leuchtet die Festung Rosenberg ganz anders beleuchten wolle.

Die Pressesprecherin von Kronach leuchtet teilte mit, das während des Events ein Symposion zu Fragen moderner Stadtillumination stattfinden werde. Der Verein 1000 Jahre Kronach e. V. wird während Kronach leuchtet eine Festungsführung mit Dipl.Ing. Michael Müller anbieten, bei der er seine Lichtplanung erläutern werde.

mr/2.3.18