Melchior-Otto-Gedenktag in Kronach

Erzbischof Ludwig Schick ehrte am 21. Januar 2006 die Kronacher Bürger durch seinen Besuch und setzt damit die Tradition seiner Vorgänger fort, die immer wieder in so genannten Erbhuldigungsfahrten „ihre Stadt Kronach“ aufsuchten, um sich der Treue ihrer Untertanen zu versichern.

Anlass des aktuellen Besuchs war das 825-jährige Jubiläum der Pfarrei St. Johannes. Am gleichen Tag wurde auch des Fürstbischofs Melchior-Otto Voit von Salzburg gedacht. Dessen Gedenktag, der immer am Sonntag nach Sebastiani begangen wird, erinnert an den Fürstbischof, der 1651 den Kronachern zum Dank für ihre Tapferkeit während des 30-jährigen Krieges ein neues Wappen, dem Bürgermeister eine goldene Kette schenkte und den Ratsherren erlaubte, den spanischen Habit zu tragen. Die Kronacher wiederum bedankten sich damals für diese Gabe mit der Errichtung einer Gedenksäule, deren Spitze das Stadtwappen mit den geschundenen Männern ziert. Gleichzeitig stifteten sie im Angedenken an Melchior Otto ein feierliches Amt in der Kirche St. Johannes als „ewigen Jahrtag“, der nun schon seit 1652 mit nur wenigen Unterbrechungen feierlich begangen wird.

2006 beteiligten sich dann auch die Männer und Frauen der historischen Szene an diesem Kronacher Gedenktag. Entsprechend der detaillierten Darstellung in der Chronik von Nikolaus Zitter, begleiteten auch in diesem Jahr der Stadtvogt, die Viertelmeister, die Ryterschaft vom goldenen Turm zu Cranaha, die Ausschüsser und eine Vielzahl historisch gewandeter Personen den Ehrenzug, der die Ratsfrauen und Ratsherren vom Alten Rathaus in Kronach zur St. Johanneskirche führte. Mit dem Erzbischof wurde hier dann um 9 Uhr am Morgen die feierliche Messe unter musikalisch und choraler Begleitung des Kirchenchores Friesen und der Berufsfachschule für Musik gefeiert.

Nach der Messe nahm man Aufstellung an der Gedenksäule am Melchior-Otto-Platz, um den großzügigen Fürstbischof mit einem Salut zu ehren. Anschließend zogen Stadtvogt, Viertelmeister und Bürgerwehren zum historischen Gasthaus „Scharfes Eck“. Dort widmete man sich der von den Ratsherren (bisher noch nie) bereitgestellten flüssigen Spende, die, wie es in der Fehn-Chronik heißt, "etliche Eimer Bier" umfassen sollte.