Kronacher Maß - Mehr als anderswo

Seit dem Viertelmeister-Tag gilt für Kronach eine neue Maßeinheit: die Kunigunden-Maß.

Diese historische Maßgröße, die vor der bayerischen Zeit in Kronach gegolten hat, wurde nun am Viertelmeister-Tag im Einvernehmen mit den Schankwirten eingeführt.

Die darüber hinaus notwendige Beglaubigung wurde durch Bürgermeister, Stadtvogt und Viertelmeister als offizielles Maß für Flüssigkeiten, die an historischen Festen ausgeschenkt werden, ebenso ausgestellt. Nach umfassender Bewilligung stand der Einführung nun nichts mehr im Wege.

Die Maßnahme des Stadtvogtes hat seine Berechtigung und ist historisch begründet. In den Grünen Stadtbüchern ist es nachzulesen. Bis zur Einführung einheitlicher Maße und Gewichte im Jahre 1809, galten in Kronach die Maßeinheiten des Hochstiftes Bamberg und besonderes „Cronacher Maß und Gewicht“. Und die sollen nun auch wieder zu historischen Anlässen gelten. So wurden Flüssigkeiten (z.B. Bier) zur damaligen Zeit in Fuder, Eimern, Maß, Seidel, Quart und Achtel gemessen. Daraus folgt, dass der Bräumeister sein Bier fortan in Fudern anzuliefern und es in Eimern an die einzelnen Schankwirte zu verteilen hat. Der Eimer hat aber nur wenig mit unseren heutigen (Haushalts-)Eimern gemein. Ein Eimer Bier fasste nach heutigen Maßeinheiten 64,142 bzw. 68,416 Liter, je nachdem, ob es sich um Schenkeimer oder Visiereimer (=Biereimer) handelte. Aus den Eimern konnten 60 Maß bzw. 64 Maß Bier ausgeschenkt werden. Zur Kunigunden-Maß heißt es im Band IV der Fehn´schen Chronik von Kronach: „Der Wein- oder Biereimer hält 64 Kunigunden-Maß.“ Die Kunigunden-Maß war zur damaligen Zeit „das Maß der Maß“ und sie soll es nach Auffassung des Stadtvogtes hier in Kronach wieder werden, um auch im Trinken eine gewisse Authentizität zu erreichen.

Da sich die kommerziellen Maßkrughersteller nicht so schnell auf diese Maßeinheit einstellen werden wollen, obliegt es dem Stadthäfner für die entsprechenden Behältnisse zu sorgen. Er hat – und dies auch in seiner zweiten Funktion als Kandelgießer - im Einvernehmen mit den Viertelmeistern, die Kunigunden-Maß auf 1 1/8 l festgelegt. Von dieser großzügig bemessenen Maßeinheit, soll in diesem Jahr eine limitierte Reihe gefertigt werden. Die Käufer des Kunigunden-Kruges erwerben das Privileg zum historischen Stadtfest eine Kunigunden Maß zu genießen, aber nur eine bayerische Maß zu bezahlen. Die Krüge können nach dem Viertelmeister-Tag beim Stadthäfner erworben werden.